Zeltlager2009

 

Ausbildungszeltlager 2009

IN

Neuses / Eggolsheim

Baggersee – Altwasser – Kanal

Schwimmen – Tauchen – Bootfahren

Nach enormer Vorbereitungsarbeit konnte das 35. Ausbildungszeltlager der Wasserwacht, Ortsgruppe Erlangen, bei Neuses/Regnitz wieder ausgerichtet und durchgeführt werden.

Der Zeltplatz liegt sehr günstig zwischen einem Regnitz-Altwasser, einem Baggersee und dem Main-Donau-Kanal. Die Lagertätigkeit der WaWa-OG-ER genießt bereits diese lange Zeit die Gunst des Grundstücksbesitzers wie auch die der Behörden von Eggolsheim. Da wir ja eine SEG (Schnelle Einsatzgruppe) rund um die Uhr stellen, muss immer für den Fall eines Noteinsatzes eine Kommunikationslinie zum Rettungsdienst des BRK und der Rettungsleitstelle eingerichtet werden.

Die WaWa-Ortsgruppe Pinneberg nahm zum 32. Mal teil. Auch Käpt’n Blaubart unserer Außenstelle Nord, Hamburg, kam per Anhalter ins Lager! Er war so erfüllt von Vorfreude, dass er von unterwegs 6 SMS auf uns los lies. Die letzte SMS war: „Ich stehe an der Ausfahrt Buttenheim an der A73 – holt mich ab“ !

Insgesamt waren an die 60 Personen, manche auch nur zeitweise, über die 4 Tage im Lager.

Ziele und Programm:

  • · Errichtung eines Lagers für ca. 50 Personen
  • · Betreuung und Verpflegung der Personen
  • · Ausbildung im Rettungsschwimmen; Gebrauch von Rettungsmitteln
  • · Ausbildung im Rettungstauchen
  • · Ausbildung im Rettungsbootführen und maritimer Seemannschaft (Knotenkunde)
  • · Ausbildungselemente in Erster Hilfe und SAN
  • · Ausbildung in Naturschutz und Gewässerkunde verbunden mit einer Wanderung
  • · Erfahrungsaustausch über praktische Tätigkeiten in anderen WaWa-Gruppen
  • · Gemeinschaftssport und –spiele und Baden
  • · Pflege der Kameradschaft (am Lagerfeuer)
  • Am Donnerstag Mittag rückte die voll bepackte Vorhut vom BRK zum Zeltplatz aus. Auch das bestellte Dixie-Klo (welch ein Komfort) traf pünktlich dort ein. Gleich nach der Ankunft fuhren wir im Kreis das hohe Gras mit unseren Fahrzeugen um. So konnte man weich barfuß laufen und zugleich wurde eine naturnahe Unterlage für die Schlafplätze geschaffen. Anfang der Woche hatten wir bereits die Kücheneinrichtung von der Bereitschaft des BRK übernommen. Das Feuerholz allerdings konnten wir dieses Jahr erst am Donnerstag Nachmittag aus dem „Seebärwald“ holen, da am geplanten Vorsamstag unser Anhänger einen Konflikt mit einem Verkehrsschild austrug.
  • Die Ausrüstung wurde abgeladen und in die geübt rasch aufgestellten Zelte sortiert:  Küchen-, Material-, Aufenthalts- und zwei große 30er Schlafzelte. Das war auch nötig, da kurz danach ein Regenschauer nieder ging. Lediglich ein großes 20er Zelt wurde später noch aufgebaut. Es überrascht uns immer wieder wieviel Häringe einzuklopfen und Verspannungen anzubringen sind. Eine Bootsmannschaft fuhr das Gespann auf die Schleuseninsel Forchheim zur Slipstelle des Yachtclubs und brachte unser großes Rettungsboot „Brüne“ mit Hilfe einer Seilwinde zu Wasser. Dank an den Yachtklub! Die KameradInnen wurden allerdings auch von unserem Regenschauer überrascht, konnten sich aber nach der Rückfahrt im Zelt erst einmal trocknen. Zwischenzeitlich war im Lager das Hochwasser-Rettungsboot „Manni“ in das Regnitz-Altwasser eingesetzt worden. Die Boote dümpelten beiderseits an unserem selbst gebauten Bootssteg gemächlich im leichten Wind.

    Am Nachmittag trafen dann auch unser Käpt’n Blaubär und die KameradInnen aus Pinneberg mit viel „Hallo“ ein. Jetzt wurde es Zeit die Festzeltgarnituren und die Getränke von der Brauerei zu holen. Mit dem Grillen von Saiblingen und Makrelen kam dann auch Lagerstimmung auf und setzte sich im Abendprogramm mit Kameradschaftspflege am Lagerfeuer fort.

    Am Freitag, nach einem erfrischenden Bad im Baggersee, gab es ein kräftiges Frühstück, Rührei mit Schinken. Manch Vegetarier trat vorübergehend zum anderen Glauben über. Anschließend begannen die Ausbildungen. Übungen mit dem Rettungsboot und Rettungsschwimmen beschäftigten uns bis zum Mittagessen  Es gab ein köstliches Gericht der fernöstlichen Küche. Danach erklommen die Pinneberger und eine Gruppe der Erlanger auf einem Ausflug das Walberla. Der mühsame Aufstieg (mit Bollerwagen und dem Wasserwicht Timo) wurde kurzweilig durch lustiges Werfen von Kletten. Klare Luft verschaffte einen atemberaubenden Blick in alle Richtungen: in die Fränkische Schweiz und auch zu unserem Schlot der Firma Lias, Neuses, nahe dem Zeltplatz mit dem Hintergrund der Ausläufer des Steigerwaldes und zur Burg nach Bamberg wie auch runter nach Forchheim. Gespannt beobachteten wir die Drachenflieger; wie sie beim Start todesmutig über die Klippe sprangen und sich anschließend mit dem Aufwind in die Höhe schraubten. Am Nachmittag traf dann die Hauptmasse der Teilnehmer und auch unsere Horde Jugendlicher ein. Später, nach dem Ausflug, begegneten sich im Lager viele, die sich manchmal ein Jahr nicht gesehen hatten. Ein riesiges Begrüßungspallaver zog sich bis in den Abend hin. Aber zwischendurch wurde gebadet und Wasserball gespielt. Im Lager erfreuten sich einige an einem kleinen Schachturnier. Das Abendessen, und überhaupt das Essen über die ganzen Tage hinweg war wieder ausgezeichnet. Unser Käpt’n Blaubart rührte doch den berühmten, aus der Segelschifffahrt bekannten, „Labskaus“ zusammen. Ein Gericht, in dem gemeinsam durch den Wolf gedreht wird: Corned Beef bzw Pökelfleisch, Heringe, rote Beete und Kartoffeln. Köstlich - jedoch nur für etwa die Hälfte der Hungrigen. Die anderen gaben sich mit Quark/Kartoffeln und/oder Nudeln zufrieden. Danach genossen wir den Kameradschaftsabend am Lagerfeuer; die Jugend buk sich verkohltes Stockbrot. Die milden Temperaturen brachten einige dazu, zwischendurch ein erfrischendes Bad im Baggersee zu nehmen. Am Samstag war wieder Großkampftag. Es begann nach dem wieder kräftigen Frühstück von Käpt’n Blaubart mit einer kombinierten Rettungsübung im Kanal. In der Strömung – in diesem Abschnitt ist die Regnitz zugleich Kanal – wurden Taucher zum Strömungstauchen ausgesetzt. Dies erforderte von den Tauchern Mut und von den Bootsführern sorgfältiges Gegensteuern in der Strömung, um die Taucher nicht zu gefährden.

    Nach dem Mittagessen, diesmal Spaghetti mit Tomatensoße und Salat, ging es in den Baggersee zum Rettungsschwimmen und Wasserball-Derby. Einige Taucher übten noch einmal im Baggerse, der an einigen Stellen immerhin 6 Meter tief ist. Dabei lernten sie überraschend eine Wasserschildkröte kennen, die gleich wieder entschwamm. Auf dem Kanal wurde mit den Rettungsbooten und einem Schlauchboot reichlich Manöver geübt. Was machten die Kids für große Augen, als sie selbst am Steuer des Rettungsbootes dieses in die Kurven jagten oder an einem riesigen Schiff vorbei manövrierten! So lernten wir wieder viel. Nachmittags gab es auf die Schnelle Kaiserschmarrn – mhmhmhm. Am Abend - es wurde gegrillt was das Zeug hielt – ging wieder ein heftiger Regenschauer nieder. Der Grill musste glühend unter das Aufenthaltszelt verbracht werden - nur die Ruhe - es wurde nichts angebrannt - auch nicht die köstlichen Bratwürste und Steaks. Wie immer gab es dazu Kartoffelsalat, wie auch reichlich Kraut-, Gurken- und Grünen Salat. Das Tsaziki war nicht von schlechten Eltern.

    Das Lagerfeuer war von unserem Feuermeister so gut geschürt, dass es den Regenschauern stand hielt und später einfach weiter brannte. Die Jugend erfreute sich schon wieder am kohligen Stockbrot. Vermutet wurde, dass einer aus Versehen in den Stock biss. Später dann ging es wieder hoch her am Lagerfeuer mit Shanties und Plauschies. Wiederum mussten zwischendurch die Nachtwachen ausgeknobelt werden. Auch die Kids durften aufgeregt bei spannenden Streifengängen mit Taschenlampen das Lager kontrollieren und den Wimpel neben dem flackernden Feuer bewachen.

    Aber ach ! ! !

    Eine, wie sich später heraus stellte, uns bekannte Gruppe überfiel nach Mitternacht das Lager und klaute uns den Wimpel. Die Nachtwache hatte nicht richtig aufgepasst - sie wurde gleich nach dem Frühstück entsprechend zusammen gestaucht und spülte freiwillig ab. Anmerkung: Mit einer Brotzeit und einem Kasten Bier konnten wir ein paar Tage später unseren geliebten Wimpel wieder auslösen.
    Am Sonntag Vormittag, nach brutalem Abbruch des Schlafens, wurden nach dem Frühstück bei herrlichstem Wetter noch einmal richtig die Aktivitäten genutzt: Baden, Tauchen, Motorboot fahren. Eine Gruppe ging auf Naturstreife. Neben Naturkunde wurde mit dem Navigationsgerät ganz modern per Geocaching ein verborgener Schatz gesucht.

    Gleich nach dem Mittagessen - es gab noch reichlich von den leckeren Bratwürsten mit Brot - wurde das Lager bei heißem Wetter abgebaut. Die meisten Jugendlichen wurden von den Eltern bereits vom Lager abgeholt. Nach dem großen Zapfenabschied zogen die „Fischköppe“ aus Pinneberg wieder gen Norden. Gott sei Dank nahmen sie unseren Käpt’n Blaubart mit nach Hamburg. Wir hatten Glück und brachten die Zelte trocken heim; danke lieber Petrus! Zurück im BRK räumten wir auf und sauber ein. Gegen 18 Uhr waren wir damit fertig und etwas erschöpft. Doch das war noch nicht das Ende; was war geschehen ? Unser Lagerleiter hatte sich am Fuß eine Entzündung durch einen Insektenstich eingehandelt. Vorsorglich schafften wir ihn ins Waldkrankenhaus und legten ihn mit seinen schon weiß werdenden, verschwitzten, rauchigen Klamotten in ein Krankenbett. Wir - und das überaus freundliche Krankenhauspersonal betreuten ihn ein paar Tage, dann schmissen sie ihn wieder raus. Er war genesen - - - .

    Darauf und auf das wieder schöne Zeltlager.

    Ein dreifaches "patsch nass !!"

              • Manfred und Wolfgang